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Kräuterarten und ihre Wirkung
Schwarzer Holunder
Heißer Tee aus getrockneten Holunderblüten bewährt sich bei Erkältung und Fieber. Er wirkt schweißtreibend, auswurffördernd und blutreinigend. Presssaft aus den schwarzblauen Holunderbeeren aktiviert die körpereigenen Abwehrkräfte und hat einen hohen Vitamin-C-Gehalt. Holunder darf man nicht überdosieren, er bewirkt sonst Brechreiz. Man sammelt die Blüten von Juni bis Juli und die Beeren von September bis Oktober an Waldrändern, Feldrainen und auf Wiesen.
Linde Die getrockneten Blüten mit den Flugblättern der einheimischen Lindenarten haben beruhigende und krampflösende Eigenschaften. Lindenblütentee hilft bei Schlaflosigkeit und schlechter Verdauung. Vor allem aber wirkt er schweißtreibend, allgemein abwehrsteigernd und schafft deshalb Erleichterung bei grippalen Infekten. Nur bei Bedarf trinken. Man sammelt die Blüten im Juni und Juli in Parks, Alleen und im Wald.
Echte Kamille
Kamille gehört in jede Hausapotheke. Die ätherischen öle hemmen Entzündungen, vertreiben Blähungen, lösen Krämpfe und fördern die Verdauung. Kamillentee hilft bei Schnupfen wie bei Blähungen und Darmkrämpfen. Kalte Kompressen lindern Sonnenbrand, bei Augenentzündungen helfen lauwarme Kamillenkompressen. Die Blüten werden von Mail bis August an Ackerrändern und an Feldwegen gesammelt.
Gartenthymian
Thymian ist, wie viele Kräuter, nicht nur Küchengewürz. Honiggesüßter Thymian-Tee wird oft als Kur vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten empfohlen. Thymian ist wegen seiner schleim- und krampflösenden Eigenschaften in fast jedem Hustenmittel enthalten. Das Kraut kann man von Juni bis August ernten.
Echter Baldrian
Aus der Wurzel des Baldrians wird eines der wirkungsvollsten pflanzlichen Beruhigungsmittel gewonnen. Baldrian hilft bei Aufregung, Schlaflosigkeit und nervösen Herzbeschwerden. Er wird als Tee oder als Kaltauszug getrunken. Aufgrund seiner starken Wirkung sollte Baldrian nicht ununterbrochen eingenommen werden. Von September bis Oktober können Sammler auf Wiesen, im Wald und an Bauchufern fündig werden.
Weißdorn
Sowohl die Blüten und Blätter des Weißdornstrauches als auch die roten Beeren entfalten bei Herz- und Kreislaufbeschwerden eine gute Wirkung. Bei leichten Beschwerden ist die Pflanze ideal zur Selbstbehandlung. Weißdorn fordert die Durchblutung des Herzens und wirkt vegetativ ausgleichend. Die Blüten sammelt man von Mail bis Juni, die Früchte von September bis Oktober im Garten oder in großen Hecken.
Melisse
Melisse wirkt vor allem beruhigend und hilft deshalb bei allen nervösen Beschwerden. Man bereitet entweder einen Tee aus dem getrockneten Kraut, oder man nimmt Melissenöl als Badezusatz. Die Pflanze duftet angenehm nach Zitrone. Tee aus frischen Melissenblättern hilft bei Verdauungsstörungen, Magenkrämpfen, Schlaflosigkeit und Migräne. Die Blätter der Melisse werden von Juni bis September geerntet.
Gemeiner Hopfen
Seit dem 8. Jahrhundert wird Hopfen für die Bierbrauerei angepflanzt. Tee aus getrockneten Hopfenzapfen hat sich bei nervösen Beschwerden und als Einschlafhilfe bewährt. Außerdem enthält die Pflanze hormonähnliche Stoffe, die sich bei Frauen menstruationsfördernd und bei Männern erregungsdämpfend auswirken sollen. Hopfen wird im September auf dem Feld geerntet.
Gartensalbei
Durch seine belebenden und allgemein ausgleichenden Eigenschaften steigert der Salbei die Vitalkraft des gesamten Organismus. Salbei-Tee wirkt übermäßigem Schwitzen entgegen. Bei einem üppigen Mahl hilft Salbei besser verdauen. Als Gurgelmittel hat er sich bei Halsscherzen und entzündetem Zahnfleisch bewährt. Nicht mehr als 2 Tassen Salbei-Tee pro Tag trinken. Von Mai bis Juli kann man die Blätter ernten.
Schafgarbe
Ätherische öle und Bitterstoffe verleihen der Schafgarbe ihre Heilkraft vor allem bei Magenbeschwerden, Appetitmangel und Blähungen. Bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden hat sich Schafgarbe gut bewährt. Man trinkt nicht mehr als 2 Tassen Tee pro Tag (1Teelöffel Kraut auf 1 Tasse), weil größere Mengen Schwindel und Kopfweh bewirken können. Das Kraut wächst auf der Wiese und kann von Juli bis August gesammelt werden.
Heidelbeeren Der kleine Heidelbeerstrauch breitet sich vor allem auf Kiefernlichtungen aus. Nicht nur auf Kuchen und zu Nachspeisen schmecken die Beeren gut, getrocknet eignen sie sich vorzüglich als Mittel gegen Durchfall. Die Früchte werden auf einer Papierunterlage zum Trocknen in der Sonne ausgebreitet und im Ofen nachgetrocknet. Die Beeren sind von Juli bis September reif.
Pfefferminze
Pfefferminze desinfizierend, schmerzstillend und krampflösend. Der Tee hilft bei Magenverstimmung und Krämpfen, bei schlechter Verdauung und Blähungen. Bei Rheuma helfen Einreibungen aus Pfefferminzöl, Schmerzen zu lindern. Pfefferminztee nicht auf Dauer täglich trinken. Am besten sucht der Sammler die Blätter von Juni bis August auf feuchten Wiesen.
Fenchel
Die Heilkraft des Fenchels wurde schon von den alten Griechen gerühmt. Sie schrieben ihm sogar aphrodisische Kräfte zu. Bewährt hat sich Fenchel vor allem bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Magenverstimmungen. Meist im Garten oder auf felsigem Gelände werden die Samen gesammelt. Jahreszeit: September bis Oktober.
Wacholder
Allgemein bekannt ist Wacholder als Küchengewürz und als Schnaps. Die dunkelblauen Beeren helfen aber auch bei Verdauungsschwierigkeiten, Blähungen und regen den Appetit an. Aufgrund der harntreibenden Wirkung wird Wacholder bei Nierenleiden und bei rheumatischen Erkrankungen angewandt. Wacholderöl-Bäder erfrischen und entspannen die Muskeln. Die Sträucher, die bevorzugt in Heidegebieten wachsen, tragen im Oktober und November ihre Beeren.
Brennessel
Sie wächst fast überall: auf Schutthaufen, Ruinen, an Hecken, Zäunen und Waldrändern. Unsere Verfahren schrieben der Brennessel magische Kräfte zu. Noch heute verwendet man Brennesselsaft oder -tee als ausgezeichnetes Mittel zur "Blutreinigung" bei Frühjahrskuren oder im Rahmen einer Rheuma-Therapie. Am besten sammelt man das Kraut im Mai und Juni.
Löwenzahn
Im Frühjahr kann man aus den zarten Blättern des Löwenzahnes einen knackigen Salat zubereiten. Die Wirkstoffe der dottergelb blühenden Pflanze helfen, Fett besser zu verdauen. Und sie regen die Arbeit von Leber und Nieren an. Bei rheumatischen Erkrankungen wird Löwenzahn wegen seiner harntreibenden Wirkstoffe empfohlen. Im Sommer sammelt man in den Wiesen die Blätter und im Herbst die Wurzeln, deren Pulver man für Tee verwendet.
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