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06.02.2002 - 13.03.2002

Selamat Datang!

Die balinesischen Tänzerinnen

Willkommen auf Bali, der Insel der Götter und Dämonen!

BaliBali, eine 144 Kilometer lange und 80 Kilometer breite Insel im Zentrum des indonesischen Inselreiches. Eine Insel mit weißen Sandstränden, den abgelegenen Tempel, den fantastischen, kunstvoll angelegten Reisterrassen und den bunt bekleideten Menschen. Aber es gibt noch mehr auf der fernen Insel: die einsamen Religionen, in denen man traditionelles balinesisches Leben kennen lernen kann.

94% der balinesischen Bevölkerung gehören dem einzigartigen Hindu Dharma-GlaubenOpfergabe an. Händler aus Indien brachten den Hinduismus bereits im 17. Jahrhundert n.Chr. nach Bali, wo er sich mit dem dort bestehenden Ahnenkult vermischte.  Die Verehrung von Dämonen und Geistern, von Ahnen und Naturgottheiten wurde auch nach Einführung der neuen Religion weiter praktiziert.

Die Balinesen haben eine reiche Kultur. Sie sind berühmt für ihre Religion und ihre alten magischen Rituale. Kein Tag kann begonnen oder beendet werden ohne Opfergaben: die bösen Dämonen wollen beschwichtigt, die guten belohnt werden.

OpfergabenDie kleinen Gaben begegnen uns überall - auf dem Armaturenbrett des Taxifahrers, vor dem Geschäftsladen auf dem Gehweg gelegt, auf der Straßenkreuzung. Es sind  meistens kunstvoll zusammengesteckte Blätter mit Blumenblüten und ein paar Reiskörnern. Die ganze Kreation wird meistens noch mit einem brennenden Räuchestäbchen bestückt. Die kleinen Opfergaben werden mehrmals am Tag erneuert!

Bei Tempelfesten und religiösen Zeremonien sind die dargebrachten Gaben ungleich  reichhaltiger. Frauen, in ihren kostbaren, enganliegenden Brokatgewändern (Sarongs) balancieren mit akrobatischem Geschick kunstvoll arrangierte, oft über einen Meter hohe Opfertürme auf ihren Köpfen zum Tempel. Da Balinesen praktische Leute sind, werden die Früchte nach der Zeremonie wieder mit nach Hause genommen und von der Familie verzehrt. Die Geisterwelt hatte im Tempel ja Gelegenheit, dem Opfer den ihr zustehenden Anteil an inneren Werten zu entnehmen. 

Tempel

Pura Taman Ayun in Mengwi

Auf Bali gibt es tausende von Tempeln, vom großen Heiligen Tempel bis hin zu unzähligen kleinen Dorfaltaren. Bali ist von einer enorm großen Anzahl von Tempeln, regelrecht übersäht. Balinesische Tempel sind keine Relikte einer vergangenen Epoche, auch wenn sie oft alt, bemoost und verwittert aussehen, sondern vielmehr lebendige Stätten der Verehrung und des Gebets.

der balinesische Tempel (Schema)

1 Gespaltenes Tor (Candi Bentar)
2 Küchenplattform, wo bei Tempelfesten Speisen zubereitet werden (Pan)
3 Turm mit hölzerner Glocke (Kulkul -Turm)
4 Plattform für die Opfergaben (Balé)
5 Platz für das Gamelan-Orchester (Balé Geong)
6 überdachtes Tor und Eingang zum Göttergelände (Padu Raksa)
7 Seiteneingang
8 Rastraum für die Götter und Ahnenseelen mit Opferplattform (Paruman o. Pepelik)
9 Schrein für Götterdiener (Ngrurah gedé)
10 Schrein für Götterdiener (Ngrurah alit)
11 Besuchplatz für die Seelen der Dorfgründer (Gedong pesimpangan)
12 Steinerner Thron des Sonnengottes Surya  (Padmasana)
13 Schrein für den vergöttlichten Gunung Agung
14 Schrein des Sang Hyang Widhi (Meru)
15 Schrein für den vergöttlichten Gunung Batur
16 Schrein für die Siedler aus Majapahit (Ostjava);(Maospait)
17 Schrein für den Vermittler zwischen Menschen und Göttern (Taksu)
18 Raum für Opfergaben
19 Raum für Opfergaben

Totenverbrennung

Die Verbrennung nach dem Tod ist eine der wichtigsten balinesischen Zeremonien, die Vollendung der heiligen Pflichten, die das ganze Leben jedes Balinesen bestimmen. Es handelt sich dabei nicht um eine traurige Zeremonie, sondern um ein freudiges, farbenprächtiges Ereignis. Das ganze Dorf feiert, wenn ein reicher Balinese in aufwendiger Zeremonie verbrannt wird.  Die körperliche Hülle wird durch die Verbrennung des Leichnams vollständig vernichtet, damit ist die Seele frei für die nächste Existenz. Wo sich die Familie keine Prunkzeremonie leisten kann, wartet der Tote eventuell mehrere Monate oder Jahre unter der Erde, bevor er zu einer preiswerteren Sammelverbrennung wieder ausgebuddelt wird.