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26.02.2002 - 06.03.2002

Feuer und Wasser 
ein Archipel der Gegensätze 
 

Java

Mit einer Breite von bis zu 200 km und einer Länge von gut 1000 km ist Java die kleinste, aber bedeutendste der großen Sunda-Inseln. Eine Kette von Vulkanen - darunter viele noch aktiv - durchzieht die lang gestreckte, schmale Insel, auf der lebhafte, moderne Städte mit traditionellen Dörfern kontrastieren. Die Vulkane sind es gerade, denen Java seine sagenhafte Fruchtbarkeit verdankt. Die äußerst fruchtbaren mineralischen Böden, die aus den Lava-Ergüssen hervorgehen, ermöglichen in gewissen Gegenden bis zu drei Reisernten im Jahr und eine intensive Plantagenwirtschaft. Doch die Gefahr ist allgegenwärtig.
Doch der Boden kann die schnell wachsende Bevölkerung kaum ernähren. Das politische und wirtschaftliche Zentrum des indonesischen Archipels ist total überbevölkert. Hier leben dicht gedrängt rund 70% der Gesamtbevölkerung Indonesiens. 

Jakarta, die Hauptstadt der Republik Indonesien  genießt den Status einer Provinz. Jakarta ist eine riesige Ansammlung von Kampungs, von Dörfern, durchsetzt mit Hochhäusern und Stadtautobahnen, ein Stadtgebiet riesiger Ausdehnung, ohne eigentliches Zentrum. Sie ist eine Metropole der Kontraste, Tradition und Moderne, Reichtum und Armut liegen dicht beieinander. Nicht zuletzt in der Bevölkerung, die sich aus allen ethnischen und kulturellen Gruppen des Landes zusammen setzt, findet das nationale Motto " Einheit in der Vielfalt" seinen Ausdruck.

 

Borobudur

BorobudurAuf einem Hügel westlich von Yogyakarta liegt Borobodur, das vielleicht größte buddhistische Heiligtum der Welt, mit Steinreliefs von insgesamt über 5 km Länge.
Um das Jahr 800 schichteten 80 Jahre lang Zehntausende von Arbeitern mehr als zwei Millionen Steinquader aufeinander. Sie benutzten keinen Mörtel. Nur die Schwerkraft hielt die Blöcke zusammen. Etwa 100 Jahre lang pilgerten Gläubige im Uhrzeigersinn entlang der unzähligen Reliefs. Danach wurde Borobudur bei einem Vulkanausbruch vollkommen unter Asche begraben und so geriet er für 1000 Jahre in Vergessenheit. Er wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder entdeckt und ausgegraben. Doch durch das feuchte Klima war das Heiligtum vom totalen Zerfall bedroht. Die UNESCO machte den buddhistischen Tempel zum Weltkulturerbe und restaurierte ihn in zehnjähriger mühevoller Arbeit, indem er zuerst völlig abgetragen und danach Stein für Stein wieder aufgebaut wurde.

 Borobudurtempel (Schema)

Borobudur

Der größte Stupa der Welt ist eine Stufenpyramide, die aus sechs immer kleiner werdenen quadratischen und drei darüber liegenden kreisförmigen Terrassen besteht. Ursprünglich 42 m hoch, sackte der Tempel im Laufe der Zeit auf 33,5 m zusammen. An den Grundmauern hat der Bau Seitenlängen von je 123 m.

 

Prambanan 

Östlich von Yogyakarta liegt der riesige Prambanan-Tempelkomplex, der gegen Mitte des 9. Jhs. zu Ehren der Hindu-Götter Shiva, Brahma und Vishnu gebaut wurde. Dem hinduistischen Tempelkomplex widerfuhr ein ähnliches Schicksal wie Borobudur. Prambanan zerfiel und wurde im 16. Jh. von einem Erdbeben fast völlig zerstört. Fortan wurden die kostbaren Steine zum Häuser- und Straßenbau verwendet.
In mühsamer Kleinarbeit wurden von 1937 bis 1953 acht der ursprünglich 244 Tempel - ohne Computer und ohne UNESCO-Unterstützung - wieder aufgebaut.

Prambanantempel (Schema)

Prambanan

l - Innerer Tempelbereich
1 Shiva-Tempel (Lara Jonggrang)

2 Vishnu-Tempel

3 Brahma-Tempel
4 Nandi-Tempel
5 Garuda-Tempel
6 Hamsa-Tempel
7 Kleine Tempel
8 Innere Ringmauer
ll - Mittlerer Tempelbereich
9 224 kleinere Heiligtürmer (vermutlich Votivtempel)
10 Mittlere Ringmauer
lll - äußerer Tempelbereich (Wohnbereich)
11 äußere Ringmauer

Der Prambanan gilt als einer der Höhepunkte hindu-javanischer Tempelarchitektur. Die Anlage gliedert sich in drei jeweils durch eine Mauer voneinander abgegrenzte Bereiche. Im zentralen quadratischen Hof ruhen auf einer rechteckigen, erhöhten Terrasse acht Tempel. Die drei größten Candi: Brahma-, Shiva- (47 m) und Vishnutempel. Ihnen gegenüber sind drei nach Osten gerichteten mythischen Reittiere der der Gottheiten aufgereiht.

 

Yogyakarta

Yogyakarta oder einfach Yogya, ist eines der wichtigsten kulturellen Zentren Javas. Die relativ junge Stadt ist am Fuße des aktiven Vulkans Merapi gelegen. Den Mittelpunkt der Stadt bildet der Kraton, der Palast der Sultane von Yogya.

Alt-javanische Kala-Maske im Kraton

Der Kraton (Palast) "Ngayogyakarta Hadiningrat" ist die Residenz der Sultane von Yogyakarta. Der Bau dieser "Stadt in der Stadt", die von einer hohen, weißen Mauer

Der spektakuläre Sonnenaufgang über dem TENNGER-Massiv