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Die Weinrebe ist die am stärksten zuckersammelnde Obstpflanze der Welt. Zwischen 15 und 25 Prozent des Traubensaftes besteht aus vergärbarem Zucker. Dadurch eignet sich die Rebe mehr als andere Obstpflanzen zur Weinerzeugung.
Zum Vergleich: Kernobst wie Apfel und Birne enthält nur 12 Prozent Zucker.

Die Rebe ist eine der zähesten, genügsamsten und anpassungsfähigsten Pflanzen. Sie wächst ebenso auf kargen, nährstoffarmen Böden wie unter extremen Temperaturbedingungen.
Die Rebe ist ein starker Wurzelbinder. Die Wurzel verankert sich nicht nur fest im Boden, sondern ist auch ein Nahrungsspeicher. Die Rebe trägt viel Laub und kann so über ihre Blätter einen großen Teil der Energie beziehen, die sie zum Wachsen benötigt. Das Blattgrün wandelt Kohlendioxid aus der Luft in Zucker um. Voraussetzung für diesen Vorgang ist Licht. Um an Licht zu kommen, klettert die Rebe mit Hilfe ihrer Ranken in die Höhe. Außerdem ist es kein Zufall, dass sich viele Weinanbaugebiete in der Nähe von Seen oder Flüssen befinden. Die Wasseroberfläche reflektiert das Licht und verstärkt es.

Die Traube ist die Frucht der Weinrebe. An ihrem Stielgerüst (auch Kamm oder Rappen genannt) sitzen im Herbst 80 bis 150 Beeren, entsprechend der Größe der Traube. Diese variiert von Sorte zu Sorte.

Eine Beere besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Die restlichen 10 Prozent bewirken, dass ein edles Getränk aus ihr wird. 

weiße Beere 1. Butzen: Verbindung zwischen Stiel und Fruchtfleisch.
2. Kerne: die Samen der Beeren in einem festen, saftarmen Gewebe eingebettet.
3. Schale: sie ist mit einer Wachsschicht überzogen, dem sogenannten "Duft".
4. Traubenmarkt: der saftreichste Teil des Gewebes.
 
5. Inneres Markt: es enthält 37% des Zuckers und 31% der Säure.
6. Gewebe um die Kerne: hier sitzen 30% des Zuckers und 52% der Säure.
7. Stiel: er enthält 22% aller Polyphenole.
8. Schale: hier befinden sich 13% der Polyphenole.
9. äußeres Mark: hier befinden sich 33% des Zuckers und 17% der Säure.
10. Kerne: sie enthalten 65% aller Polyphenole.
rote Beere

Der Weinbauer erntet Trauben, braucht aber nur deren Beeren. Rote Trauben werden, kaum dass die Trauben am Weingut angekommen sind, sofort entrappt. Das heißt: die Beeren werden vom Stielgerüst getrennt. Das Stielgerüst selbst wird - von wenigen Ausnahmen abgesehen - zur Weinerzeugung nicht benötigt. Weiße Trauben werden meist mit den Stielen abgepresst, der ablaufende Most aber ohne sie vergoren.

Art und Qualität des Weins hängen von der Beschaffenheit der Beeren ab. Ihr Fruchtfleisch enthält den zuckerreichen Most, der vergoren wird. Der Saft hat eine graugrüne Farbe, gleich, ob es sich um weiße oder rote Beeren handelt. Rot wird ein Wein erst dann wenn die Schalen mitvergoren werden. Sie enthalten die Farbpigmente.

Auch das Alter der Reben beeinflusst stark die Produktivität. Ihre besten Erträge geben sie zwischen dem 12. und 25. Lebensjahr. Danach nimmt ihre Leistung kontinuierlich ab. Die meisten Winzer hacken ihre Reben deshalb nach 25 Jahren aus und ersetzen sie durch neue.

Die Lese ist der Höhepunkt eines jeden Weinjahres, aber auch der kritischste Punkt. Für den genauen Lesetermin gibt es kein Schema.

Das Mostgewicht ist ein wichtiger Faktor für die Festlegung des Lesezeitpunkts. Auch für die Klassifizierung der Prädikatsweine ist das Mostgewicht ausschlaggebend. Mindestens ebenso wichtig ist die Zusammensetzung der Säuren und der Extrakt. 

Nur durch sorgfältige Leseplanung gelingt es, die Trauben in der Qualität, die der Weinberg hervorgebracht hat, auf die Kelter zu bringen.